Der Kaminkehrer: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

Ihr Kaminkehrer und Energieberater

Sicherheit und Effizienz unter einem Dach

Anforderungen an Einzelfeuerstätten nach 1.BImSchV

Information zur Novellierung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

 

Richtig verwendet ist Holz ein umweltgerechter Brennstoff. Durch die starke Zunahme von holzbefeuerten Feuerstätten und Heizkesseln kommt es jedoch zu einem deutlichen Anstieg von Rauchbeschwerden. Um die Emissionen und den Feinstaubauswurf zu minimieren hat der Gesetzgeber die Anforderungen an Feuerstätten und Heizkessel, insbesondere im Feststoffbereich dem Stand der Technik angepasst.

 

Als Ihr Kaminkehrermeister  informiere ich Sie heute zur

 

NOVELLIERUNG DER 1. BUNDESIMMISSIONSSCHUTZVERORDNUNG

 

Neu ist:

  • * die Reduzierung der Grenzwerte
  • * die Überprüfungserweiterung auf alle Einzelfeuerstätten und handbeschickte Heizkessel
  • * die Messpflicht für alle Heizungsanlagen ab 4 KW
  • * die Übergangsfristen für bestehende Einzelfeuerstätten und Heizkessel
  • * die Beratungspflicht der Betreiber im Feststoffbereich
  • * die Überprüfung des Holzlagerraums sowie einer Holzfeuchtemessung

 

Grundsätzlich gilt, dass Feuerstätten und Heizungsanlagen nach der bayr. Bauordnung erst nach Abnahme durch den zuständigen Bezirkskaminkehrermeister in Betrieb genommen werden dürfen. Geschieht dies nicht, hat der Betreiber im Schadensfall keinen Versicherungsschutz da die Inbetriebnahme ohne Abnahme rechtlich als grobe Fahrlässigkeit angesehen wird.

 

Beim Neukauf von Feuerstätten und Heizungen ist besonders auf emissionsarme Anlagen zu achten. Zu empfehlen sind Anlagen welche bereits heute die Stufe 2 (Anforderungen ab 2015) der neuen 1. BImSchV einhalten können. Beim Kauf einer Feuerstätte erhalten Sie eine Bescheinigung des Herstellers darüber, dass die Grenzwerte der Stufe 1 (Anforderungen ab 22. März 2010) der Verordnung eingehalten werden. Diese Bescheinigung müssen Sie dem Kaminkehrermeister bei der Abnahme vorlegen.

 

Überprüfung

 

Der Kaminkehrer führt auf Grundlage des SchfHwG und der 1. BImSchV  die Überprüfung der aufgeführten Vorgaben durch.

 

Geprüft wird

  • * die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte anhand des Prüfstandszertifikats
  • * die Feststellung, wann die Feuerstätte nachzurüsten oder auszutauschen ist
  • * der ordnungsgemäße technische Zustand der Feuerstätten
  • * der verwendete Brennstoff sowie der Restfeuchtegehalt des Brennstoffs
  • * das Brennstofflager und bei Neuanlagen die Ableitbedingungen

 

Weiters sind alle Betreiber von Holzfeuerungsanlagen vom Gesetzgeber verpflichtet worden sich von einem Schornsteinfeger über den richtigen Umgang mit ihrer Anlage beraten zu lassen. Die Beratung muss innerhalb eines Jahres nach Inbetriebnahme und bei bestehenden Feuerstätten bis spätestens Ende 2014 erfolgen und dokumentiert werden.

 

Übergangsfristen für bestehende Einzelfeuerstätten

 

Um die Verbraucher nicht übermäßig zu belasten gelten für Bestandsöfen bis zum 22.03.2010 die unten aufgeführten Übergangsfristen. Bis zum Ablauf der Übergangsfristen gelten die Grenzwerte der alten Verordnung.


Datum auf dem TypenschildZeitpunkt der Nachrüstung oder Ausserbetriebnahme
bis 31.12.1974 oder Datum nicht feststellbar31.12.2014
1.1.1975 - 31.12.198431.12.2017
1.1.1985 - 31.12.199431.12.2020
1.1.1995 - 21.3.201031.12.2024


Was ist vor Ablauf der Übergangsfrist zu tun?

 

Vor Ablauf der Übergangsfrist können Sie entweder

 

  • * eine Herstellerbescheinigung über die Einhaltung der Emissionen vorlegen. Die Bescheinigung des Prüfstands

           muss den CO- und Staubgehalt beinhalten und darf max. 4 g/m³ CO und 0,15 g/m³ Staub betragen

  • * die Einhaltung durch eine Vorort-Messung eines Schornsteinfegers nachweisen
  • * die Feuerstätte mit einem zugelassenen Feinstaubfilter nachrüsten lassen.

 

Ansonsten sind die Feuerstätten nach Ablauf der Übergangsfrist außer Betrieb zu nehmen. Von der Nachrüstverpflichtung sind Badeöfen, Herde, vor Ort gesetzte Grundöfen, offene Kamine und historische Öfen vor 1950 ausgenommen.

 

Anforderungen an neue Heizkessel für Holz und Pellets

 

Die neue 1. BImSchV passt die Grenzwerte an Holz- und Pelletkessel dem Stand der Technik an. Da seit 1988 keine Anpassung erfolgte hat sich in diesem Bereich eine wesentliche Verschärfung eingestellt.

 

Anlagen ab 22.03.2010 müssen folgende Grenzwerte einhalten


 

Brennstoff
gemäß § 3 Absatz 1

Nennwärme­leistung [KW]

Staub [g/m³]

CO [g/m³]

Stufe 1:
Anlagen,

die nach dem

22. März 2010

errichtet werden

Nummer 1 bis 3 a

(Kohle + Briketts)

≥ 4 ≤ 500

0,09

1,0

> 500

0,09

0,5

Nummer 4 bis 5

(Holz + Hackschnitzel)

≥ 4 ≤ 500

0,10

1,0

> 500

0,10

0,5

Nummer 5a

(Pellets)

≥ 4 ≤ 500

0,06

0,8

> 500

0,06

0,5

Nummer 6 bis 7

(Abfälle von

Holzverarbeitungsbetrieben)

≥ 30 ≤ 100

0,10

0,8

> 100 ≤ 500

0,10

0,5

> 500

0,10

0,3

Nummer 8 und 13

≥ 4 < 100

0,10

1,0

Stufe 2:
Anlagen,

die nach dem

31.12.2014

errichtet werden

Nummer 1 bis 5 a

≥ 4

0,02

0,4

Nummer 6 bis 7

≥ 30 ≤ 500

0,02

0,4

> 500

0,02

0,3

Nummer 8 und 13

≥ 4 < 100

0,02

0,4


Übergangsfristen für bestehende Heizkessel mit feste Brennstoffe

 

Für den Heizkesselbestand gelten folgende Übergangsfristen. Bis zu den Übergangsfristen gelten die Grenzwerte der alten 1. BImSchV.

 

Zeitpunkt der Errichtung

Zeitpunkt der Einhaltung

der Grenzwerte der Stufe 1 des § 5 Absatz 1

bis einschließlich 31. 12. 1994

1. Januar 2015

01.01.1995 bis einschließlich 31. 12. 2004

1. Januar 2019

01.01.2005 bis einschließlich 21. 03. 2010

1. Januar 2025

 

Anforderungen für Heizungen mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen

 

Bei Öl- und Gasheizungen bleiben die Grenzwerte unverändert.  Das Messverfahren wurde präzisiert und bei größeren Anlagen werden NOx - Grenzen eingeführt.

 

Neue Überwachungsfristen nach der 1. BImSchV

 

Die Messpflicht besteht nun einheitlich ab 4 KW. Bei Öl und Gas wird die Messung der Russzahl und des Abgasverlustes bei Anlagen bis 12 Jahre alle 3 Jahre und bei Anlagen über 12 Jahre alle 2 Jahre durchgeführt. Bei festen Brennstoffen wird die Messung alle 2 Jahre durchgeführt. Dies gilt nun auch für alle handbeschickten Heizungsanlagen. 


Download Anlagenblatt

Sie möchten eine neue Feuerstätte aufstellen?

 

Hier finden Sie Informationen über die Änderung der Bayr. Bauordnung und haben die Möglichkeit zum

Download des Datenblattes für die Aufstellung von Feuerstätten!

kaminofen2000.jpg

Um in der Praxis einen Überblick von Änderungen an Feuerstätten und Abgasanlagen zu haben und den Belangen des Brandschutzes und der Betriebssicherheit von Feuerungsanlagen Rechnung zu tragen, wurde der Art. 78 Abs. 3 des Baugesetzes neu gefasst. Art. 78 Abs. 3 Feuerstätten dürfen erst in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirkskaminkehrermeister die Tauglichkeit und die sichere Benutzbarkeit der Abgasanlagen bescheinigt hat; ortsfeste Verbrennungsmotoren und Blockheizkraftwerke dürfen erst dann in Betrieb genommen werden, wenn er die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Leitungen zur Abführung von Verbrennungsgasen bescheinigt hat. Somit dürfen neu errichtete oder wesentlich geänderte Feuerstätten, Heizungsanlagen und Abgasanlagen, unabhängig von der Bauart oder dem jeweils eingesetzten Brennstoff erst dann in Betrieb genommen werden, wenn der Bezirkskaminkehrermeister die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage geprüft und bescheinigt hat. Sinnvoll wäre es, bereits vor Maßnahmebeginn eine Abstimmung der geplanten Vorhaben mit dem Kaminkehrermeister durchzuführen. Damit Sie alle Änderungen an Feuerungsanlagen dem jeweiligen Bezirkskaminkehrermeister mitteilen können, haben wir beiliegendes Anmeldeformular vorbereitet und möchten Sie bitten, dies bei Ihren zukünftigen Arbeitsvorbereitungen zu verwenden.





Bundesland: Bayern
- Zentralinnungsverband (ZIV) -

Johann Horil

Kaminkehrermeister Energieberater (Hwk)
Söllerweg 40
87487 Wiggensbach
Tel.: 08370-97320
Fax.: 08370-97338
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